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Das Museum

Entstehungsgeschichte

Das 1892 gegründete Museum Lauriacum ist die drittälteste wissenschaftliche museale Institution des Landes Oberösterreich. Es erhielt 1988 den Österreichischen Museumspreis und ist Träger des Österreichischen Museumsgütesiegels.

Die ersten Schauräume befanden sich im Meierhof des Schlosses Ennsegg, doch konnten die musealen Exponate schon 1898 durch das Entgegenkommen der Stadtgemeinde Enns im historischen Ratssaal im ehemaligen Rathaus in würdigem Rahmen aufgestellt werden. Nach der Absiedlung des Bezirksgerichtes, des Roten Kreuzes und der Freiwilligen Feuerwehr aus dem früheren Rathaus war ab 1971 eine Umgestaltung der frei gewordenen Räumlichkeiten für museale Zwecke möglich. Im Hinblick auf das Jubiläum „800 Jahre Stadtrechtsurkunde Enns“ wurden seit Herbst 2011 umfangreiche Umbauarbeiten – u. a. Neugestaltung des Eingangsbereiches und des Kassenraumes für die gemeinsame Nutzung durch Museumsverein und Tourismusinformationsstelle, Neubau der Toilettenanlagen, Wiederöffnung des ursprünglichen Zuganges zum Ratssaal, weitgehende Barrierefreiheit im Schausammlungsteil und Einbau eines Liftes – durchgeführt.

Im Museum Lauriacum ist eine der bedeutendsten römischen Schausammlungen Österreichs untergebracht, die auch international Anerkennung findet. Seit 2005 leitet Dr. Reinhardt Harreither, Archäologe und Historiker, das Museum Lauriacum.

Der Museumsverein

Der Rechtsanwalt Dr. Julius Zeitlinger als Initiator, Stadtarzt Dr. Josef Appenauer, Schulleiter in Pension Theodor Bukounig, Major in Pension Karl Christ, Apotheker August Ritter von Kathrein, Realitätenbesitzer Franz Plochberger, der landgräfliche Güterinspektor Heinrich Postl und Landesgerichtsrat a. D. Edmund Schmidel gründeten Anfang 1892 den „Musealverein für Enns und Umgebung“. Protektor des Vereins war Vinzenz Egon Landgraf Fürstenberg, der Besitzer des Schlosses Ennsegg.

Der Museumsverein Lauriacum-Enns sieht seine Aufgaben in der Sammlung und Erhaltung von archäologischen Fundgegenständen aus Enns und Umgebung sowie von Objekten, die von allgemeinem kulturhistorischem, besonders aber lokalgeschichtlichem und volkskundlichem Interesse sind. Der Vereinszweck, die Erforschung und wissenschaftliche Aufbereitung und Präsentation der Siedlungsgeschichte des Raumes Enns unter besonderer Berücksichtigung der römischen Siedlung Lauriacum, der Entwicklung und Kultur der Stadt Enns soll durch die fachliche Betreuung des vereinseigenen Museums, der Sammlungsbestände und die Führung einer wissenschaftlichen Bibliothek, durch Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungen, Vorträge, Tagungen, die Herausgabe wissenschaftlicher Abhandlungen und Studien über Lauriacum und Enns erreicht werden. Die Stadtgemeinde Enns hat die historischen Bestände des Stadtarchivs dem Museumsverein Lauriacum anvertraut.

Das Gebäude

Das Museum Lauriacum ist seit 1898 im ehemaligen Rathaus der Stadt Enns untergebracht. Die Anfänge dieses Gebäudes reichen möglicherweise bis in die Zeit der Stadtrechtsurkunde zurück. Mehrere Granitquader wurden bei den Arbeiten des Jahres 2012 neben dem Museumsportal entdeckt und freigelegt. Sie stammen aus Baulichkeiten des ehemaligen römischen Legionslagers, das im späten 12. Jahrhundert endgültig abgetragen wurde.

Kaiser Friedrich III. schenkte im Jahr 1489 den Ennser Bürgern „vnnser haws, das man nennet das Münsshaws“, um dort ein Rathaus einzurichten.

Das eigenständige Gebäude im Nordosten des Rathauskomplexes wird in der Literatur als Schreiberhaus bezeichnet, doch könnte es sich auch um die eigentliche spätmittelalterliche Münzstätte handeln. Die noch vorhandene massive Vergitterung des kleinen Fensters deutet auf eine gute Sicherung des Hauses hin. Im zweiten Obergeschoss, das für das Publikum nicht zugänglich ist, befinden sich eine geschnitzte Holztramdecke des 16. Jahrhunderts und eine Tür aus der Zeit um 1570.

Die Museen am Donaulimes

Das Museum Lauriacum ist eines der Museen am Donaulimes in Österreich. Eine Übersicht über alle Museen finden Siehier.